Türkisch-Deutsche Bücher- und Kulturtage

19. September – 28. Oktober 2008 in Duisburg

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Das gesamte Programm finden sie hier: “Türkisch-Deutsche Bücher- und Kulturtage” (PDF-Dokument, 1,7 MB)

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Lesungen in der FEUERWACHE Duisburg

Veranstaltung Feuerwache

Freitag, 19. September 2008, Einlass 17.30 Uhr, Beginn: 18.00 Uhr, Eintritt frei
Sich hinlegen und sterben. Zweisprachige Lesung mit Adalet Agaoglu

Freitag, 10. Oktober 2008, Einlass 19.00 Uhr, Beginn 19.30 Uhr, Eintritt: VK 4 /AK 7/erm. 5
Glückseligkeit. Zweisprachige Lesung mit Zülfü Livaneli

Veranstaltungsort: Alte Feuerwache Duisburg-Hochfeld

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Grenzgänge

Theatertexte und Prosa von und mit Emine Sevgi Özdamar sowie Birol Ünel
Emine Sevgi Özdamar ist Dichterin und Schauspielerin türkischer Herkunft. Sie war u. a. Mitglied des Bochumer Ensembles unter dem Intendanten Claus Peymann. Vor über 25 Jahren (1982) schrieb sie ihr erstes Theaterstück in deutscher Sprache: Karagöz in Alamania, das sie selbst 1986 in Frankfurt zur Uraufführung brachte. Es ist das erste Bühnenwerk einer deutsch-türkischen Autorin, das eine Aufführung an einem bedeutenden deutschen Theater erfuhr.

Über ihren Debütroman, Das Leben ist eine Karawanserei, den sie mit 44 Jahren schrieb, urteilte kein Geringerer als Juan Goytisolo: »Kein türkischer Autor, außer dieser Schriftstellerin, hat je etwas Vergleichbares geschrieben – nämlich einen Roman, der quer durch zwei Kulturen galoppiert.« Und der große John Berger schreibt über die Autorin: »… eine Poetin des Verschwindens, des Unsagbaren: komisch und schrecklich zugleich.«

21. September
Beginn: 11:00
Spielstätte: Jahrhunderthalle Bochum
Preise: einheitlich 10 €

Quelle: Ruhrtriennale 2008

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“Im Jahr 2008 ist die Türkei Gastland an der Frankfurter Buchmesse. Das
bedeutet: Viel Aufmerksamkeit für die Autorinnen und Autoren der
Türkischen Bibliothek! An der Buchmesse in Leipzig (13.-16. März) zum
Beispiel sind Asli Erdogan und Ahmet Ümit zu Gast. Außerdem liest der
Krimi-Autor Celil Oker vor Leipzig in München und Stuttgart. Alle Termine und Veranstaltung in Leipzig finden Sie hier: www.unionsverlag.com/leipzig

Soeben wurde der Roman DIE STADT MIT DER ROTEN PELERINE von Asli Erdogan ausgeliefert. Er hat bereits in Frankreich und den USA großes Echo gefunden: »Ein beachtliches lyrisches Werk ist dieser pechschwarze, wilde Roman; seine Melodie schaukelt den Leser zwischen Tanz und Gewalt hin und her«, schreibt die Zeitschrift Lire in Paris. Asli Erdogan ist im März auf Lesereise in München, Hamburg, Berlin und Leipzig. Informationen zu Buch und Autorin: www.unionsverlag.com/info/title.asp?title_id=2439

Quelle: Unionsverlag

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Integrationspolitik in Deutschland

Zafer Senocak
Integrationspolitik in Deutschland – Feuer und Eis

Stigmatisierung und Abgrenzung in Deutschland – die neue Sprachlosigkeit zwischen Türken und Deutschen nach der Brandkatastrophe von Ludwigshafen sowie die Fehler in der Integrationspolitik kommentiert der türkischstämmige Schriftsteller Zafer Senocak.

Es hat sich etwas angestaut. Wer glaubt, der Hausbrand in Ludwigshafen sei die alleinige Ursache für die gegenwärtigen deutsch-türkischen Spannungen, der irrt. Der Streit um die Moscheebauten, der Fall Marco, die endlosen Debatten um Integration, Zwangsehen und Ehrenmorde: In den letzen Jahren hat man in Deutschland eine stigmatisierte Minderheit geschaffen – die Türken. Und eine deutsche Mehrheit, die sich über eine Distanzierung gegenüber dieser Minderheit definiert.

Zweifellos darf es keine Kompromisse in zivilisatorischen Fragen geben. Gerade die Türken verdrängen ihre Probleme in Deutschland allzu oft. Die Situation ihrer Kinder in den Schulen beispielsweise. Manche sind auch in der dritten Generation in Deutschland nicht angekommen, bekennen sich aber auch nicht zu der Zwischenwelt, in der sie leben.

Defätistische Tonlage

Doch ist die Tonlage bei den deutsch-türkischen Debatten häufig defätistisch. Zwischen vielen Deutschen und Türken herrscht tiefes Misstrauen. Am Ende streiten Religionen, Kulturen und Ethnien miteinander und nicht Individuen und Standpunkte.

Hätte der Fall Marco in den deutschen Medien wirklich so hochgespielt werden müssen? Hätten die türkischen Zeitungen nach dem Ludwigshafener Brandkatastrophe nicht besonnener reagieren können?

Medien sind keine pädagogischen Anstalten. Sonst müsste man die gesamte Boulevardpresse verbieten. Die Medien spiegeln lediglich etwas wieder, was sich in den Herzen und Köpfen der Menschen abgelagert hat.

Jedes Feuer in einem von Türken bewohnten Haus in Deutschland ruft bei den hiesigen Türken Erinnerungen an ausländerfeindliche Brandanschläge wach. Mölln und Solingen sind zum festen Bestandteil des Deutschlandbildes der Türken geworden. So wie Ehrenmorde ein fester Bestandteil des Türkenbildes in Deutschland sind. Die deutsche Gesellschaft aber möchte an Mölln und Solingen nicht erinnert werden.

Rassistische Übergriffe gehören zum Alltag. Das Herunterspielen, aber auch das Hochspielen solcher Vorfälle ist inzwischen Standard in der politischen Auseinandersetzung.

Dabei geht es längst nicht mehr um die Vorfälle selbst, sondern um festgefahrene Verhaltensmuster, um die eigene politische Positionierung; um das Gefühl, was es bedeutet, ein Deutscher zu sein; um die historische Last des Deutschseins.

Humane und patriotische Geste

Innehalten und Nachdenken über sich selbst tun not. Der türkische und der rheinland-pfälzische Ministerpräsident haben dies in ihren Ansprachen vor dem abgebrannten Haus in Ludwigshafen getan. Das war nicht nur eine humane Geste, sondern auch eine patriotische. Denn es geht um den inneren Frieden Deutschlands und der Türkei.

Doch Ministerpräsident Erdogan begnügte sich auf seiner Deutschlandreise nicht damit, erhitzte Gemüter zu beruhigen. Für manchen insbesondere bayerischen Politiker, beispielweise für den CSU-Vorsitzenden Erwin Huber, ging er sogar zu weit. Er machte bei seinen Gesprächen mit der Kanzlerin Angela Merkel deutlich, dass die Türkei sich in Zukunft aktiver in die deutsche Ausländer- und Integrationspolitik einbringen, ja einmischen wird.

In Ankara sitzt zum ersten Mal ein Staatsminister für die Angelegenheiten der Auslandstürken in der Regierung. Erdogans Forderung nach mehr türkischen Lehrern, nach türkischen Schulen, gar nach einer deutsch-türkischen Universität ist reserviert aufgenommen worden.

Dabei gibt es solche Schulen auf privater Basis längst. Und an der Universität Duisburg-Essen kann sogar Türkisch fürs Lehramt studiert werden. Seit Jahrzehnten gibt es übrigens auch griechische Gymnasien in Deutschland. Also noch mehr Grund für Aufregung?

Integrationsbarriere

Erdogans These, dass der Spracherwerb in der Zweitsprache erst dann funktioniert, wenn die Muttersprache gut erlernt wird, ist wissenschaftlich fundiert. Diese Frage hat allerdings weniger mit weiterführenden Schulen zu tun, als mit frühkindlicher Spracherziehung. Manchmal erscheint die türkische Sprache wie eine Barriere, die die Integration verhindert.

Doch das ist eine unbegründete Sorge, solange es einen Konsens gibt, dass das Erlernen der deutschen Sprache für alle obligatorisch ist, die hier auf Dauer hier leben wollen. Und das nicht nur um des gesellschaftlichen Friedens willen.

Mehrsprachigkeit gehört inzwischen weltweit zum Standard des beruflichen Aufstiegs. Sie bedeutet weder Heimat noch Identitätsverlust. Sprachen sind auch nicht eifersüchtig – anders als Menschen oder Völker.

Bisher ist die deutsche Integrationspolitik vor allem eine Projektionsfläche deutscher Identitätssuche. Deshalb auch ist sie so fragil, so widersprüchlich. Moderne deutsche Identität kann sich kaum auf historische Vorbilder berufen wie in klassischen Einwanderungsländern. Deutschland ist nach wie vor ein Entwicklungsland bezüglich der Integrationspolitik.

Wenn die Türkei jetzt Entwicklungshilfe bei der Integration der Türken anbietet, darf man sich nicht wundern. Denn was die deutsche Politik gerne verdrängt, ist die Tatsache, dass zwei Millionen Menschen in Deutschland nach wie vor türkische Staatsbürger sind. Lange Zeit begegnete man ihnen von der Türkei aus mit der kalten Schulter oder der offenen Hand.

Suche nach den Eliten

Die ungebildeten Anatolier in Deutschland waren nur als Devisenbringer interessant. Jetzt aber beginnt die Türkei, sich um ihre Bürger im Ausland zu kümmern. Eine deutsch-türkische Kooperation ist im zusammenwachsenden Europa eine Selbstverständlichkeit.

Türkische Eliten werden hierzulande dringend gebraucht, um bei der Integration breiter Schichten voranzukommen. Eliten aber sind selbstbewusst und anspruchsvoll. Sie brauchen eine eigene Ansprache, die in Deutschland weitgehend fehlt. Außerdem assimilieren sich Eliten gerne. Doch dürfen sich Zuwanderer in Deutschland überhaupt assimilieren? Wann wird so jemand nicht mehr als Fremder wahrgenommen und gehört einfach dazu? Gehört die Türkei zu Europa?

Assimilation ist heute vor allem eine Frage der Weltanschauung und des Lebensstils, der Neugier und der Offenheit, die auch mit einer multiplen Zugehörigkeit einher gehen kann. In offenen Gesellschaften, die immer einen hohen Grad an Fragmentierung aufweisen ist sie kein Schreckgespenst, sondern die Voraussetzung für eine moderne Zivilisation.

Quelle: © Qantara.de 2008

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40 YIL – DILE KOLAY / 40 Jahre – leicht gesagt

Gastspiel in der Alten Feuerwache

40 YIL – DILE KOLAY / 40 Jahre – leicht gesagt

Sonntag, 2. März 2008
Einlass: 19.30 Uhr, Beginn: 20 Uhr
Eintritt: VVK: 12,– / AK: 15,– / 8,– ermäßigt

Ein kurzweiliges Stück des deutsch-türkischen Autors Yüksel Pazarkaya, inszeniert von einem deutsch-türkischen Regisseur in türkischer Sprache mit türkischen Schauspielern. Stellvertretend für alle Einwanderer, zeigt das Stück einen Mann und eine Frau, die vor 40 Jahren als Arbeitskräfte nach Deutschland kamen und als Menschen geblieben sind. Um ihren Familien eine Existenz bieten zu können, lebten sie nur für die Arbeit. Als Rentner stellen sie jetzt fest, dass sie sich von sich selbst und von ihren Familien entfremdet haben. Als diese beiden Menschen sich kennen lernen, keimt die Hoffnung auf, dass eine gemeinsame Zukunft ihre neue Heimat werden kann. Der Zuschauer darf sich auf ein heitersentimentales Kammerspiel freuen. Deutschsprachigen Zuschauern werden die Dialoge durch Übersetzungen verständlich gemacht.

Burghofbühne Dinslaken

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Auszeichnung für interkulturelles Engagement in NRW

Pressemitteilung – 19. Februar 2008
Auszeichnung für interkulturelles Engagement in NRW
Jury wählt Preisträger für den „Goldenen Hammer“ 2008 aus

Mit dem Goldenen Hammer zeichnet der Landesjugendring NRW am 11. März 2008 Menschen und Gruppen aus Nordrhein-Westfalen aus, die sich vorbildlich für interkulturelle Verständigung einsetzen. Der Landesjugendring NRW hat es sich zur Aufgabe gemacht, dieses Engagement zu würdigen, einem breiten Publikum bekannt zu machen und damit zum Mit- und Nachmachen anzuregen.

Am 19. Februar tagte die Jury, um aus allen eingereichten Bewerbungen drei Preisträger auszuwählen. Prominente Mitglieder der Jury waren u.a. Thomas Kufen, Integrationsbeauftragter der Landesregierung und Gualtiero Zambonini, Integrationsbeauftragter des WDR.

„Wir freuen uns sehr, dass fast 50 Bewerbungen für den Goldenen Hammer eingegangen sind“, berichtet Martin Wonik, Vorsitzender im Landesjugendring NRW aus der Jurysitzung. „Das zeigt, dass die interkulturelle Verständigung vielen Menschen am Herzen liegt und sie sich aktiv für ein positives Zusammenleben einsetzen. Beworben haben sich auch Initiativen von Migrantenselbstorganisationen, ein großer Zugewinn für unsere Gesellschaft.“

Offiziell werden die Preisträger auf der Preisverleihung am 11. März 2008 in Essen im GOP Variete-Theater bekannt gegeben. Die Preisträger werden mit einer besonderen Urkunde sowie mit einem Preisgeld von 300,- Euro für ihr Engagement ausgezeichnet.

Weitere Informationen unter: www.goldener-hammer.de

Der Landesjugendring NRW (LJR NRW) ist die Arbeitsgemeinschaft von 21 auf Landesebene anerkannten Jugendverbänden in NRW. Der LJR NRW engagiert sich in Grundsatzfragen der Kinder-, Jugend-, Bildungs- und Gesellschaftspolitik und vertritt die Interessen junger Menschen in der Öffentlichkeit, in Parlament und Regierung.

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Keine Antwort bekommen?

Durch einen “Überlauf” unseres Mailservers sind möglicherweise einige Mails verloren gegangen. Sollten sie auf eine Antwort warten, und/oder sich in den letzten drei Tagen für die Istanbul-Studienreise angemeldet haben – schreiben sie uns bitte noch einmal. Danke.

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Angekommen im 21. Jahrhundert …

Von Klaus Kreiser gibt es im Online-Magazin eurozine einen ausgezeichneten Artikel mit einer Einführung in die letzten 500 Jahre türkisch-osmanischer Geschichte. Schwerpunkt liegt dabei auf Istanbul. Wir empfehlen diesen Artikel den Teilnehmern der nächsten Istanbul-Studienreise. Viel Spaß bei Lesen!

Sultan-Mehmed-Vahdeddin“Der letzte türkische Sultan Mehmed VI. Vahdeddin war die Nummer 36 in der über 600 Jahre langen und ununterbrochenen Kette von Vorgängern, die sich nach ihrem 1326 gestorbenen Vorfahren “Söhne Osmans” nannten. Nach dem Beschluss der “Grossen Nationalversammlung” in Ankara, den Sultan wegen Landesverrats anzuklagen, flüchtete er am 17. November 1922 auf dem englischen Kriegsschiff Malaya aus Istanbul. Der 61jährige hatte immerhin ein paar Jahre länger auf seinem Thron gesessen als seine Kollegen in St. Petersburg, Berlin und Wien, auch wenn sein Reich am Ende so geschrumpft war wie das der letzten Kaiser von Byzanz.”

Klaus Kreiser, “Angekommen im 21. Jahrhundert – Istanbul ist längst eine europäische Metropole”

Den ganzen Artikel lesen: eurozine

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Die letzten Dinge | Son Seyler

Ausstellung

Westfälischer Kunstverein
Domplatz 10 · D-48143 Münster
Dauer: 26. Januar 2008 bis 24. März 2008

Nevin Aladag – Bashir Borlakov – Inci Eviner
Leyla Gediz – ha za vu zu – Emre Hüner
Ali Kazma – Hale Tenger

In Kooperation mit Garanti Platform, Istanbul

“Die letzten Dinge sind der Tod, das Jüngste Gericht, der Himmel und die Hölle. Unter diesen Begriffen verbergen sich ganze Vorstellungswelten und doch treffen sie sich alle in der Frage des ‚Sein oder Nicht-Sein’. Ein Ausstellungsprojekt zu diesen Begriffen kann auf sehr verschiedene Weisen fragen, wie Künstler und Künstlerinnen diesen begegnen. Allerdings erhalten die Fragen, wie man stirbt, welche Vorstellungen es vom Leben nach dem Tod gibt und welcher Wert dem Leben zugeschrieben wird, besondere Virulenz bei einem Projekt, bei dem zwei verschiedene Kulturen und Religionen, die durch eine lange gemeinsame Geschichte verbunden sind, beteiligt sind.

Statt einen traditionellen Künstleraustausch zu suchen, bei dem, besonders in Deutschland, ausländische Künstler oft als exotische Repräsentanten ihrer Länder betrachtet werden, nimmt das Projekt Die Letzten Dinge/Son Seyler das Thema als einen Fokus, bei dem durch die existentielle Dimension auch die kulturellen Differenzen thematisch werden.

In der von Platform Garanti kuratierten Ausstellung im Westfälischen Kunstverein kommt die Generation der in den 1970er und 1980er Jahren geborenen Künstler- und Künstlerinnen aus der Türkei zur Sprache, deren Visionen und Träume zwischen den Extremen von Endzeitstimmung, Suizid und Himmelfahrt wandern. Ist es das Ende des Festes bei ha za vu zu oder der melancholische Aufenthalt in Industriebrachen bei Emre Hüner – fast immer deutet sich ein Aufbruch an, der Kraft aus dem Fantastischen schöpft. Gleichzeitig ist die Wirklichkeit manifest in den Beobachtungen von nahen Kriegen und gesellschaftlichen Realitäten wie in der bedrohlich leichten Installation von Nevin Aladag und bei den dokumentarischen Ansätzen von Künstlern wie Ali Kazma, Leyla Gediz oder Hale Tenger. Die Welten, die die Kunst aus Istanbul eröffnet, führen uns an Grenzen der Existenz in vielen Facetten. Das buchstäbliche Lächeln am Rande des Abgrunds ist hier die poetische Kraft.

Auf den ersten Teil in Münster wird im Herbst ein vom Westfälischen Kunstverein kuratiertes Projekt in Istanbul folgen. Eine Publikation wird beide Teile dokumentieren.
Die Ausstellung wird gefördert in der Reihe „Europäische Partnerschaften“ von der Kunststiftung NRW und dem Goethe-Institut.”

Quelle: Westfälischer Kunstverein

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